Trennung im Wochenrhythmus

Heute war es wieder so weit. Ich „musste“ meine Holtzy in die Obhut ihres Vaters übergeben. „Musste“ in Anführungsstrichen, weil es nicht wirklich ein Zwang ist und ich rational weiß, dass es selbstverständlich das Richtige ist, dass meine Tochter bei beiden Elternteilen aufwächst. Außerdem haben Holtzys Dad und ich Gott sei Dank ein recht gutes Verhältnis für geschiedene Leute, die wir wortwörtlich sind.  Nichtsdestotrotz hasse ich es jedes Mal, wenn sie zu ihrer Papa-Woche aufbricht.

Diese Woche konnten wir es noch ein bisschen herauszögern, weil wir noch das ein oder andere zu erledigen hatten. Aber nun ist sie weg. Und ich vermisse sie ganz furchtbar.

Wenn sie hier ist, ist alles lustiger. Sie steht schon morgens auf und macht eines ihrer tausend Comedy-Gesichter und bietet einen Auszug aus irgendeinem Saturday-Night-Life-Sketch dar, den sie tags zuvor auf YouTube gesehen hat. Sie bringt mich immer zum Lachen, auch wenn mir mal gar nicht danach ist. Ich verlange das nicht, ich benutze sie nicht, um mich glücklich zu machen. Sie tut es einfach. Sie ist einfach so.

Partner in Crime

Klar haben wir gemeinsam viel durchgemacht. Wochen, Monate gemeinsam im Krankenhaus verbracht und so ein unsichtbares Band geknüpft, das vielleicht über ein normales Mutter-Tochter-Verhältnis hinaus geht. Was aber noch mehr dazu beigetragen hat ist die Tatsache, dass wir einfach ein gutes Team sind. Wir hören einander zu, wir nehmen uns gegenseitig ernst. Wir beschimpfen uns aus Spaß und nennen uns liebevoll „bitch“ und „jerk“ (Schlampe und Trottel) wie die Gebrüder Winchester aus „Supernatural“, einer unserer Liebling-Serien, die wir niemals ohne den anderen gucken. Jaja, richtig gelesen. So reden wir miteinander. Allerdings niemals im Streit oder gar ernst gemeint. Wir tragen sogar „Freundschaftarmbänder“ mit diesen Begriffen. Aber: Wir wissen, dass es da eine Grenze gibt, die wir beide einhalten, wenn wir teeny-mutter-mäßigen Stress haben. Weil wir uns respektieren und uns auch im Streit nie verletzen wollen, auch wenn wir natürlich im Zank ganz schön ‚rumpampen. Wäre ja unnatürlich, wenn nicht.

Unkonventionell und unverständlich für Viele

Manche finden das – und auch die sonstige Art meiner Erziehung, zu der sicher noch viele weitere Texte folgen werden – komisch, blöd, befremdlich, unangebracht, unpassend und und und… aber soll ich euch mal was sagen? Das ist mir relativ egal. Denn unser System funktioniert bei uns. Zoe vertraut mir und kommt mit ALLEM was sie beschäftigt zu mir. Wir reden viel und lachen viel miteinander. Und darum fehlt sie mir auch ganz sehr, wenn sie bei ihrem Papa ist. Darum, und weil ich nicht ohne sie „Supernatural“ weitergucken darf. Ätzend, sowas!

5 Kommentare zu „Trennung im Wochenrhythmus

  1. Was für ein tolles Mutter-Tochter-Verhältnis 😍 Das wünschen sich sicher einige. Und der Supernatural-Deal existiert hier ähnlich, ich darf es nicht ohne den Mann gucken 😁 Unser Sohn hat sogar einen Namen der Winchesters abbekommen 😊

    Ganz liebe Grüße
    Frau Kröhnchen

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    1. Danke schön, wie lieb von dir. 😊
      Welcher Name ist es denn? Der des älteren oder jüngeren Bruders?
      Ich gehe auf die ComicCon in Dortmund und plane ein Castiel-Cosplay. Das wird witzig.Hoffe ich.

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      1. Der ältere, der absolute Favorit von uns beiden 🙂 Oooh Castiel ist auch großartig! Da bin ich gespannt und hoffe, dass du es mal sehen lässt hier 🙂

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  2. ich liebe Supernatural und meine kleine Minnie (17 Monate) darf auch schon mitschauen – allerdings interessiert es sie noch nicht … komisch oder? ist es eigenartig zu hoffen, daß es noch sooooo viele Seasons gibt, daß ich mit ihr gemeinsam schauen kann???? 😉
    ihr habt wirklich ein super Verhältnis ❤ bin ganz begeistert.

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