I miss you, Gru!

Heute habe ich irgendwie Liebeskummer. Ich müsste eigentlich dringend Wäsche waschen und ein bisschen aufräumen und sauber machen, bevor heute Abend meine heiße, rothaarige Frollegin (FreundinKollegin) vor dem gemeinsamen Kinobesuch noch kurz zu mir kommt. Außerdem wollte ich unbedingt Klamotten aussortieren und zum Verkauf ins Internet stellen. Stattdessen sitze ich hier und höre Katie Melua.

Wer meinen Blog verfolgt und/oder mich sehr gut kennt, der weiß, was das bedeutet. Katie war unser Ding. Grus und meins. Ich erinnere mich an Konzerte, in denen wir einfach nur aneinander gelehnt dasaßen und diese großartige Künstlerin, den Moment und „uns“ genossen. Oder eng umschlungen bei den Standing-Ovations-Zugaben zu Katies Musik getanzt haben und glücklich waren, dass wir uns hatten – auf was für eine verquere Art und Weise auch immer.

 

Er, einfach unverbesserlich

Ich glaube, ich weiß warum ich dieser Tage so eine Sehnsucht nach ihm habe. Nach meinem Gru (so nannte ich ihn immer, weil er genau so ein sturer aber liebenswerter Muffelkopp ist, wie der Protagonist in „Ich, einfach unverbesserlich“. Nur in sexy af, versteht sich!). Nächste Woche ist es sechs Monate her, dass ich ihm gesagt habe, dass sich unsere Wege trennen. Und es ist das erste Mal, dass ICH mich daran halte. Ich hatte schon oft im Verlauf unserer fast 10-jährigen „Beziehung“ Schluss gemacht, ihn zum Teufel gewünscht und Kontaktverbote ausgesprochen. Doch immer und immer wieder schaffte ich es nicht, das durch zu ziehen. Doch jetzt ist es ein ganzes halbes Jahr her, dass wir absolut nichts voneinander gehört haben. Dass er sich daran hält, daran gab es für mich nie einen Zweifel. Dass ich allerdings nicht zurück rudere, das ist neu. Auch für mich!

Das bedeutet nicht, dass ich nicht zwischendurch noch genau die Panik von damals verspüre, bei dem Gedanken, ohne ihn leben zu müssen. Es bedeutet nicht, dass ich immer noch den Impuls verspüre, ihn als erstes anzurufen, wenn etwas Wichtiges oder Unwichtiges in meinem Leben passiert ist. Es bedeutet nicht, dass ich seinen Geruch, seine Berührungen, seine Ratschläge, unsere Gespräche und Fressorgien oder all die Dinge, mit denen er mich in den Wahnsinn getrieben hat, nicht vermisse. Es bedeutet auch nicht, dass ich ihn nicht mehr liebe und er der Mann meiner Träume ist. Es bedeutet nur, dass ich endlich angefangen habe, auch mich zu lieben und gut für mich zu sorgen. Dazu gehört auch, sich von Situationen zu verabschieden, die einen mehr Kraft kosten als spenden.

 

The one i love is gone

Trotzdem tut es weh. Immer. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Aber es tut weh. Gottseidank habe ich mittlerweile aufgehört, das Käseblättchen, für das wir beide als freie Journalisten gearbeitet haben, nach versteckten Botschaften für mich zu durchforsten (bin ich bescheuert?! So etwas würde ICH machen. Aber ER doch nicht!) und seine Ex-Freundin stalke ich immer seltener auf Facebook (er hat „son Scheiß“ nicht). Aber die Sehnsucht bleibt. Und darum lasse ich das heute einfach mal zu. Ich lasse alles raus und gestatte mir einmal das volle Programm. Ich höre Katie Melua in Dauerschleife (besonders schlimm: „The one i love is gone“!), krame mein Erinnerungskästchen an ihn heraus, schaue alte Fotos an und heule mir die Augen aus dem Kopf. Denn ich bin die sonstige Zeit ziemlich tapfer, wie ich finde. Ich liebe mein derzeitiges Leben, bekomme super viel geregelt, treffe mich mit Freunden, habe Verabredungen wie ein ganz normaler Mensch. Trotzdem fehlt er mir. Mein Gru. Darum versinke ich heute ein bisschen in Selbstmitleid und Liebeskummer. Und morgen… morgen ist ein neuer Tag.

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