So hatte ich das nicht erwartet

Ganz ehrlich? Als ich jünger war, hatte ich immer ein ganz bestimmtes Bild von mir im Kopf. Ich wohne in einem freistehenden Einfamilienhaus mit weißem Gartenzaun, habe zwei tolle Kinder, einen Hund und einen unfassbar attraktiven, bärtigen Ehemann mit Brustbehaarung. Und soll ich euch etwas sagen? Es ist VIEL, VIEL besser gekommen. Allerdings habe ich lange gebraucht, um das zu erkennen.

My Cotton-Candy-Castle

Ich wohne nicht in einem Haus. Ich wohne in einer wunderbaren Wohnung, die exakt so aussieht, wie ich mir meine Wohnung immer vorgestellt habe. Und ja: Sie ist ein einziger Mädchentraum in weiß und rosa und sonstigen Pastellfarben. Offen gestanden ist sie nicht wirklich einladend für das männliche Geschlecht und wenn ich richtig darüber nachdenke, ist das vielleicht sogar Absicht. Sie ist gespickt mit dem richtigen Maß an Nerdismus, in Form diverser Funko-Pop-Figuren, Star-Wars-Devotionalien, Game-of-Thrones-Accessoires oder The-Walking-Dead-Sammlerstücken. Ich lebe dort mit meiner großen Liebe, dem Sonnenschein meines Lebens, dem Motivator all meiner Taten: Meinem Kühlschrank. Nein, im Ernst. Ich meine natürlich mein Raclette. Ach verflucht… auch gelogen (ich meine, selbstverständlich habe ich ein Kühlschrank und ein Raclette und sie spielen eine wahnsinnig wichtige Rolle in meinem Leben…) aber das Wichtigste für mich ist meine wunderschöne, witzige, kluge und wahnsinnig liebevolle und gütige Tochter. Und Gott sei Dank hat sie einen ähnlich großen Dachschaden, wie ich. Hier mal ein kleiner Einblick in unser Zuckerwattenschloss:

Worauf ich eigentlich hinaus will: Ich brauche kein Haus. Keinen Hund, keinen Gartenzaun. Ich brauche mich. Mich, so wie ich wirklich bin. Nicht das Bild von mir, von dem ich dachte, dass es besser ist, als mein eigenes Selbst. Ich liebe meine Mädchen-Wohnung, mit meinem ganzen Nerd-Stuff. Ich zelebriere mein Fangirl-Dasein für diverse Serien, Filme und Bücher und ich stehe total darauf, in unheimlich viele, fiktive Charaktere verliebt zu sein. Ich liebe meine Tattoos und mein Chaos. Ich liebe es, auf der Couch zu liegen und zu netflixen, obwohl meine Wohnung in Unordnung versinkt – und erst dann aufzuräumen, wenn ICH es für nötig halte.

Family first – genetisch bestimmte Variante

Und was ich noch brauche, außer mich selbst endlich zu akzeptieren, ist: meine Familie. Allen voran meine Tochter, meine Seelenverwandte, das beste Menschenleben, was mir je passiert ist. Mein harmonieliebender, selbstloser Vater, dem kein Witz zu flach ist, meine trendy, offenohrige Mutter, die ihre Enkel mehr liebt, als ihre Töchter und der ich so wahnsinnig ähnlich bin, meine glamouröse Großmutter, von deren einnehmendem Wesen sich alle ein paar Scheiben abschneiden können, meine unfassbar weise und wunderschöne Schwester, die eine meiner engsten Beraterinnen geworden ist, meinen Bald-Schwager, einer der lustigsten Menschen des Universums, meine Nichte, meine wunderschöne, elfengleiche Nichte, die meinen Namen eher sagen konnte als „Oma“ (ha!) und mir jeden Tag aufs Neue zeigt, dass sie mir vertraut und ja, sogar meinen Ex-Ehemann, der mich immer dazu herausfordert, festgefahrene Mechanismen zu überdenken.

Family first – selbstgewählte Variante

Und natürlich meine Freundinnen. Kiki, mein Herz. Meine Schwester. Meine treue Begleiterin seit 30 Jahren(waaaas? So alt sind wir doch noch gar nicht!). Diejenige, die sich die selben Geschichten achtmillionen Mal anhört und immer noch für mich da ist und die meine dunkelsten Geheimnisse und mich besser kennt, als ich mich selbst. Sassi, die ich schon seit Ewigkeiten – 16 Jahre, um genau zu sein – kenne, die stets meinen Horizont erweitert und deren Sprüche ich ständig klaue, weil niemand – nicht mal Harald Schmidt, Reinald Grebe oder Gerburg Jahnke – einen intelligenten Humor besitzt als sie (ich weiß nicht wirklich, ob das jetzt ein Kompliment war). Suse (oder auch Beans genannt, weil sie mit Nachnamen Bohne heißt. Ich werde sie – nicht nur deswegen – eines Tages heiraten müssen.), die ich seit dem Studium (welches bei mir exakt drei Monate gedauert hat, damals im Jahr 2000) kenne und die mich unter anderem immer wieder zum Schreiben, Reflektieren und „ehrlich-zu-mir-selbst-sein“ antreibt.

Family first – fur edition

Das krasseste an der ganzen Sache ist, dass meine Mitmenschen mich auch ganz anders wahrnehmen, seitdem ich ich selbst bin. Wobei einige von ihnen mein Selbst schon eher erkannten, als ich. Das alles brauche ich für 2017. Und natürlich meine zuckersüßen Babies, Molly Weasley und Chewie, the WookieCat, die neuesten Familienmitglieder. Mit den beiden Miezen habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und bin nun stolze Katzen-Mommy. Und nein, ich werde mich nicht für den umfangreichen Cat-Content auf diversen Social-Media-Platformen entschuldigen. Meine Katzen sind Stars. Akzeptiert das bitte. Sie kommen ganz nach meiner Großmutter.

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